Essensplan 

Zeitpunkt: Egal
Dauer: 20′
Gruppe: Gruppenarbeit
Material: Stufenbroschüre Wölfe, Fertige Metaplanung

Inhalte:
– Was gilt es zu beachten beim Erstellen eines Essensplan. 
– Welche Hilfsmittel gibt es. 

Einleitung

Die Planung des Essens wird häufig an die Lagerküche weitergegeben. Es ist aber auch wichtig als HLL ein Gefühl zu haben, was funktionieren könnte und was nicht. Gerade wenn die Küche eher unerfahren ist. 

Tipps und Tricks

Bedürfnisse der Gruppe

  • Unverträglichkeiten und Essgewohnheiten beeinflussen die Planung massgeben. Zusatzaufwand kann vermieden werden, in dem das Essen direkt mit verträglichen Lebensmitteln geplant wird. 
  • Die Zusammensetzung der Gruppe hat einen grossen Einfluss. Wölfli essen z.T. sehr wenig (0.75 Portionen), während Pios kaum satt werden (1.2 Portionen). Leitpersonen sind dagegen einfach zu berechnen. 
  • Sie spielt aber auch eine Rolle beim Geschmack. Jüngere Kinder haben oft exotische Gerichte nicht so gern. 
  • Aktivitäten durch den Tag müssen auch beachtet werden. Nach einem Tag wandern oder einem Lagerplatzaufbau, sollte das essen viel Kohlenhydrat beinhalten. 

Rahmenbedingungen 

  • Das Programm kann die Möglichkeiten einschränken. Z.B. Lunch für den Hike oder ein Festmahl aufgrund des Roten Faden. 
  • Die Küche und das Inventar der Küche muss im Vorhinein bekannt sein.  Es kann sonst sein, dass nicht genügend Platz im Backofen ist um genug schnell Pizza zu backen. 
  • Das Budget limitiert die Möglichkeiten natürlich am stärksten und kann teilweise kaum beeinflusst werden. Aber dazu gleich mehr. 
  • Einkaufsmöglichkeiten beeinflussen die Planung in zwei Punkten. Wie lange dauert das Einkaufen? Und welche Produkte können dort überhaupt eingekauft werden. 

Budget

  • Das Budget hängt stark vom Lager ab. Es sollten mindesten 7.50 Fr. eingeplant werden. Mit diesem Budget kann man nur sehr einfache Gerichte planen und beim Einkauf sollte man auf Billig Label achten. 
  • Ab ca. 8.50 Fr. kann man normal Essen einplanen, sollte aber beim Einkauf nicht die teuersten Produkte nehmen. 
  • Ca. 9.- Fr. reichen für gutes Essen und aufwändige Gerichte. 
  • Ab 10.- Fr. kann man die Mehrheit der Produkte in Bio-Qualität kaufen.

Ausgewogenheit 

  • Wechsle deftige und leichte Menus ab. 
  • Plane die Grundnahrungsmittel (Reis, Kartoffeln, Pasta) ausgewogen. 
  • Beachte die Nahrungsmittelpyramide. 
  • Plane genug Gemüse ein, dieses geht gerne vergessen. 

Rezepte 

  • Rezepte können oft nur bis zu einer gewissen Personenzahl linear skaliert werden. Sprich wenn du ein Rezept für 4 Personen nimmst und mit 10 multiplizierst, hast du oft viel zu viel essen. Nutze deshalb lieber Rezepte, die schon für 10 Personen rechnen. Da gibt es z.B.: 
  • Mamma Mucci 
  • Militär Kochbuch 
  • Wenn die Rezepte nicht für 10 Personen gegeben sind, musst du schätzen. Dabei kannst du z.B. die Menge der Grundnahrungsmittel nehmen und diese mithilfe bekannter Grossmengen Rezepte hochrechnen. Dann weisst du mit was du die anderen Zutaten multiplizieren musst. 

Menüplanung 

  • Oft macht es Sinn ein Grobprogramm für die Küche zu erstellen mit den einzelnen Gerichten. 
  • Plane ein, die Reste am folge Tag schon ein. 
  • Die Rezepte sollten an einem Ort gesammelt werden. Z.B. in einem Word. 
  • Mit Excel kann die Mengenberechnung einfach gemacht werden. 
  • Plane die Einkäufe ein, diese dauern oft mehrere Stunden. 
  • TIPP: Oft kann das Essen auch vorbestellt werden, so spart man viel Zeit. Man kann sich sogar eine Lieferung mit Coop@Home überlegen. 
  • Überprüfe am Ende wann du für Allergiker:innen etc. seperate Gerichte kochen musst. 

Nachhaltigkeit 

  • Regional und saisonal ist aufwändig und schränkt ein. Aber hat einen grossen Impact. Einkaufen kann man auch bei den lokalen Bauern, oft gar nicht viel teurer. 
  • Natürlich sind vegetarische Lager deutlich nachhaltiger und auch günstiger als solche mit Fleischgerichten. Wenn man aber nicht auf Fleisch verzichten kann oder will. Plane dann einfach nur wenig ein. So bleibt es speziell und man kann sich qualitativ gutes Fleisch kaufen. Eine gute Faustregel ist: Wenn dir gutes Fleisch zu teuer ist, um es für das Gericht zu verwenden (z.B. Hackfleisch in einer Bolognese), dann lass es weg. 
  • Kürzere Einkauf Intervalle lassen dich genauer planen und Mengen anpassen. So kann Foodwaste vermieden werden. 

Digitale Hilfsmittel 

  • lagerkochbuch.ch ist das Nonplusultra Tool für Lagerküchen: viele erprobte Rezepte, angepasst auf grosse Gruppen. 
  • Du kannst nach Rezepten suchen, die diesen Begriff im Namen haben, nach Rezepten suchen mit einer bestimmten Zutat, nach Rezepten mit einem „tag“, nach Rezepten von Benutzern, und nach Rezepten in einer bestimmten Kategorie (z.B. Dessert, Salat etc.). 
  • Mit wenigen Klicks kannst du Mengen anpassen und sogar eine Einkaufsliste generieren.  Bei der Einkaufsliste hast du die Möglichkeit, dass es dir zu Beginn der Liste eine nach Tagen gruppierten Menüplan anzeigt, oder sogar die Rezepte hinzugefügt werden (inkl. Angepassten Mengenangaben) 
  • Du kannst auch eigene Rezepte eintragen. Diese werden dann in deinem Menüplan automatisch auf die eingetragene Personenanzahl hoch skaliert. 
  • Falls man ein neues Rezept erstellen möchte, kann man nur von der vorhanden Zutatenliste die Zutaten auswählen. Sollte also eine Zutat dort nicht vorhanden sein, muss man eine Mail schrieben, dann werden diese ergänzt. Dauert zwar etwas, aber dafür gibt es nicht alle Zutaten mehrere Male.  
  • Am Ende kann man das ganze Essenprogramm wie ein Detailprogramm ausdrucken! 

Sehr praktisch, braucht aber etwas Einarbeitung, bis man das Tool versteht 

Bonus Tipp

  • Baue den Roten Faden ins Essen ein. Mit Länder Spezifischen Gerichten, Dekoration, Färben und so weiter wird jedes Essen zum Highlight!

Freiwillige Aufgabe

  • Probiere die Webseite: lagerkochbuch.ch aus und versuche, wie lange du für ein dreitägiges Lager brauchst.